conAmici_Innsbruck_2016

Vor gut einem Monat war es wieder so weit. Drei Jahre waren vergangen und wir befanden uns „ganz plötzlich“ wieder in Innsbruck. Dieses Mal berichtet Steffi (3. Stimme), wie sie die aufregenden Tage erlebt hat.

Mai 2016 erschien mir wie eine Zeitreise. Plötzlich – jedoch nach langwieriger Vorbereitung – fand ich mich wieder zwischen hibbeligen, lieben Jugendlichen, welche voller Energie und Vorfreude auf die Ankunft in Innsbruck warteten. Wie ein Anthropologe saß ich nur einige Sitzreihen weiter vorne und genoss das gemeinsame Singen, die animierten Gespräche und Verrücktheit dieser in meiner Vergangenheit liegenden Zeit.

Ein bisschen stiegen mir schon die Tränen in die Augen, als mich diese Jugendliche Freude an meine Orchesterreisen vor Jahren denken ließ. Insbesondere in dieser Jugendzeit haben sich für mich die tollsten und bis zum heutigen Tage, 10 Jahre später, anhaltenden Freundschaften geformt und es war schön, Zeugin der Vertiefung einer neuen Generation von ewigen Freundschaften zu sein.

Natürlich war Innsbruck nicht eine Orchesterfahrt wie jede andere! Das nur einmal alle drei Jahre stattfindende World Music Festival mit Akkordeon- und Harmonika-Fokus ist DAS Ziel, welches wir seit unserer letzten Teilnahme 2013 im Auge hatten (wenn auch vorerst nur mit Weitwinkelobjektiv einzufangen)!!!

Das letzte Mal waren wir, conAmici, erstmals in dieser Gruppierung angetreten und hatten überraschend für alle (insbesondere uns selbst) den ersten Platz unserer Ensemble-Kategorie (Erwachsene, Oberstufe) belegt! Das war schon ein magsicher Moment 2013, den man nicht so schnell vergessen würde. Auf meiner Seite hatten sich bereits ambivalente Gefühle diesbezüglich breit gemacht, bevor wir überhaupt antraten. Die Wahrscheinlichkeit, wieder so gut abzuschneiden war einfach gering und selbst sollten wir es schaffen – dieses einzigartige Gefühl des überraschenden Sieges würde für immer genau das bleiben: einzigartig. Allerdings wollten wir ja dieses Mal zweimal antreten: als conAmici UND als Vivariazioni mit Spielern der anderen Vereins-Ensembles. Dadurch gab es also mehr als genug Herausforderungen und Möglichkeiten weiterer einzigartiger Erfahrungen 🙂

Wir als conAmici waren schon ziemlich aufgeregt am Freitagmorgen, als wir an unsere Spielstätte kamen, obwohl sich beim gegenseitigen Puls-Messen nur einige Körper als Katecholamin-sensibel erwiesen: Vivi und insbesondere Saro z. B. mit über 100 Schlägen pro Minute; ich selbst lag mit 53/min unter meinem normalen Ruhepuls… war aber innerlich trotzdem sehr sehr aufgeregt! Die Niederländer vor uns lieferten auch echt eine tolle Show ab (soweit wir es backstage mitbekamen), was unserer Aufregung nicht besonders half. Aber das Spielen machte Spaß, einige Stolpersteine gab es, aber so etwas passiert eben.

Am Samstag traten wir mit Vivariazioni dann bei den Erwachsenenorchestern Mittelstufe an. Da war ich persönlich glaube noch aufgeregter, denn ich hatte eine Solostelle beim Zaubertanz, welche in der Generalprobe erstmalig (und glücklicherweise einmalig) nicht geklappt hatte. Der Auftritt lief dann aber so wunderbar: wir strahlten alle, schauten zu Vivi und hatten einfach gemeinsam Spaß am Musizieren. Und so sollte es sein!

Unsere „Kleinen“, VIVAccordia, hatten sich in der MIttelstufenkategorie angemeldet und als der Tag des Vorspielens kam, spielten sie so schön, so energetisch – einfach toll! Wie sehr sie sich in den 3 Jahren entwickelt hatten… Eine ganze Spielstufe höher mit einem ausgezeichneten Ergebnis!

Lustig war wie immer der Abend der Nationen mit dem Hohnerklang Orchester, zu dem wir mitsangen, mitschunkelten und unsere Anspannung größtenteils davon tanzten! Am Sonntag kamen dann große Emotionen bei der Preisverleihung. Denn leider schnitt conAmici nicht so gut ab, wie erhofft und tatsächlich waren wir von unseren vorherigen Teilnahmen wohl etwas „hervorragend-verwöhnt“ worden. Dieses Jahr hatten die Juroren dann in ihrer Stränge dazugewonnen und wir ein immerhin tolles ausgezeichnet abgestaubt. Der intitale „Schock“ führte zu einigen Tränen, aber ich denke, im Nachhinein können wir die Wertung der Jury verstehen und uns trotz allem vor allem für VIVAccordia und über ein „Hervorragend“ für Vivariazioni freuen!

Was ist das Wichtigste am Ganzen? Für mich ist es nicht eine Punktzahl, sondern die gemeinsame Zeit, der Zusammenhalt, geteilte Momente und Erinnerungen sowie neue und gefestigte Freundschaften. Und so war auch der abschließende Ausflug in den Alpenzoo ein passendes, wunderbares Ende unserer Innsbruckreise mit unserer musikalischen Familie 😀

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